IMU wird GIS, Entlastungen

9 April 2014

Zum ersten Mal kann die Landesregierung die Immobiliensteuer autonom und damit unabhängig vom Staat regeln. Die GIS ist keine zusätzliche Steuer sondern ersetzt die IMU und die von Rom auf den Weg gebrachte TASI. Deshalb wird Steuerzahlern und Steuerbeistandszentren geraten, die neue GIS abzuwarten und die erste IMU-Rate nicht zu zahlen.

Mit der GIS will die Landesregierung für Stabilität und Klarheit sorgen, für Steuergerechtigkeit und bürokratische Entlastung. Ins Detail gehend betonte der Landeshauptmann, dass der Normsteuersatz von 0,76 Prozent des Katasterwerts - mit einem Spielraum von plus/minus 0,5 Prozentpunkten für die Gemeinden - laut Landesregierungs-Entwurf - nur für Immobilien gelte, für die das Gesetz keine andere Regelung vorsehe.

Eine solche ist zuallererst für die Erstwohnungen vorgesehen, die mit 0,4 Prozent besteuert werden. Allerdings wird ein Steuerfreibetrag festgeschrieben, der der Steuerschuld für eine Standardwohnung der Katasterklasse A/2, sieben Räume, entspricht, also von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich ausfällt. De facto bedeutet dies zweierlei. Erstens: Dank des Steuerfreibetrags sinkt die Steuerschuld für eine klassische Wohnung mit 110 Quadratmetern auf Null. Und zweitens: Auch für alle anderen Erstwohnungen, die größer sind als eine Standardwohnung, kann der Steuerfreibetrag von der Steuerschuld abgezogen werden. "Diese Freibeträge machen insgesamt rund 35 Millionen Euro aus", so Schuler.

Ausnahmen vom Normsteuersatz gelten zudem für gewerblich genutzte Immobilien, für die der Gesetzentwurf einen Steuersatz von höchstens 0,56 Prozent vorsieht, den die Gemeinden um bis zu 0,46 Prozentpunkte drücken können. Die Unternehmen könnten sich dadurch rund ein Viertel der Steuer sparen, insgesamt also eine Summe von rund 20 Millionen Euro, so Landeshauptmann Kompatscher.